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Karma und Mücken

Karma am Morgen



Frühmorgens. Ich hatte schlecht geschlafen. Wegen der Mücken. Ich schaute zur Decke und erblickte eine Peinigerin, die den Fehler machte, eine Flugrunde einzulegen. Ich streckte die Hand aus und erwischte sie. Nach öffnen der Hand befand sich dort die zerquetschte Mücke und ein Blutfleck. Das gab mir zu denken. Ich dachte an mein Karma. Wie es hieß könnte man ja in seinem nächsten Leben als Darmbakterie geboren werden. Was aber, dachte ich, wenn ich als Mücke geboren würde. Da hatte ich doch ein schlechtes Gewissen, die Mücke so einfach zerquetscht zu haben und nahm mir vor dies, nie wieder zu tun?
Weil ich nun keiner Mücke mehr was Zuleide tat, war es möglich, dass eine Mücke, nämlich die verbliebene, über die Wochen so richtig fett wurde und hin und wieder schaute ich ihr bei ihren Flugmanövern zu. Man sehe sich nur mal eine Mücke an, die an der Decke sitzt; oder besser gesagt hängt. Hals über Kopf. Die Flügel nach unten. Wie macht sie das nur? Beim Deckenanflug muß sie sich irgendwie kurz vor der Landung drehen, d.h. die Beine nach oben bringen. Oder fliegt sie einen Looping oder Rückwärtssalto? Keine Ahnung. Einfach toll. Jedenfalls, die verbliebene Mücke war so fett, das sie dieses Kunststück nicht mehr richtig schaffte. Mehrere Anflüge die schief gingen. Welche Probleme im Einzelnen auftraten entzog sich leider meinen Augen. Sei es, das es der Mücke wegen ihres Gewichts die Beine wegdrückte oder sie einfach für das Anflugmanöver zu schwer war. Ich weiß es nicht. Sie tat mir Leid. Nach einigen Anflugversuchen gelang es ihr endlich eine Deckenlandung hinzukriegen. Ich war ehrlich gesagt froh. Da saß sie nun kopfüber als wenn nichts wäre. Wieder dachte ich an mein Karma und die Möglichkeit ein Leben als Mücke oder Darmbakterie zu führen und ich beschloss, sollte ich in meinem nächsten Leben als Mücke zur Welt kommen, so würde ich auf Diät achten.
Nach einer Weile beschlich mich doch eine Art merkwürdiges Gefühl: ich als Diätmücke. Was für ein mieses Leben. Dann schon lieber Mückenfett ansetzen, zerquetscht werden und zum Beispiel als Schmetterling zur Welt kommen oder als Biene. Jedoch. Es ist nicht in unserer Hand. Vielleicht ist meine nächste Inkarnation die eines Esskürbisses oder eines unbebrüteten Wachtel Eis. Ich beruhigte mich. Denn mein Plan für das Mittagessen stand nun fest: Wachtel Eier in Kürbisringen. So konnte der Tag beginnen. Ein guter Plan am Morgen. Was braucht der Mensch mehr. Ich stand auf und ging ins Bad stellte mich auf die Waage. 84,5 kg . Nicht so übel; jedoch, man könnte noch dran arbeiten. Jede Menge Mückenfett um die Hüften rum. Ich stellte mich unter die Dusche. Ich dachte an mich als ich auf der Waage stand. Also an mein Gewicht. Ich dachte an Waagen und zugleich auch was ich tun würde, wenn ich im Marketing für Waagen wäre und mir kam der Gedanke, dass vermutlich keiner Waage zu trauen ist. Denn, woher weiß ich denn, wie genau meine Waage wiegt? Könnten es nicht auch 82,9 kg oder 85,1 kg gewesen sein. Genau. Beim Verkauf von Waagen muss man herausfinden, was dem Käufer lieber ist: zuviel oder zuwenig. Lieber zuwenig als zuviel. Aber wie viel zuwenig. 3 kg zuwenig schmeichelt. 5 kg zuwenig ist schon nicht mehr glaubhaft. Ich schätze mal, das Marketing für Waagen ist nicht einfach. Abgesehen davon, absolut neutrale Tests zu konstruieren, um bei sagen wir 1000 Waagebenutzern herauszufinden, ob sie die weniger wiegende oder mehr wiegende Waage kaufen würden.

Die Mücke

Alice trug einen Hut. Einen Männerhut. Ich stellte mir vor, wir wären Bonnie und Clyde.
Bonnie Parker und Clyde Barrows.

Alice stand vor mir und ich schaute auf ihren Rücken. Sie hatte einen dünnen braunen Pullover an. Weit ausgeschnitten. Eine Mücke setzte sich dort nieder. Dünn und filigran wie sie war versuchte sie zielstrebig durch die Maschen des Pullovers zu stechen. Sie hätte es einfacher haben können. Aber nur ihr Saugrüssel musste durch die Maschen ohne das sie Gefahr lief, etwa durch die Berührung der Haut, bemerkt zu werden. Mehrmals nahm sie Anlauf, eine geeignete Stelle zu finden. Schließlich schob sie ihren Saugrüssel so weit es ging durch die feinen Maschen. Dabei drückte sie mit den Hinterbeinen den Kopf tief in die Oberfläche der Maschen. Ihr anfangs fast durchsichtiger Hinterlaib begann sich mit Blut zu füllen. Vermutlich übertraf die aufgesaugte Blutmenge mehrfach ihr Eigengewicht. Unvermittelt flog sie davon.
Alice hatte überhaupt nichts gemerkt. Jedoch die Mücke hatte, so unbedeutend und klein wie sie war, zielstrebig einen für sie lebensnotwendigen Vorgang zu Ende gebracht. Warum sollte mir das nicht gelingen? Warum nicht? Keine Blamage vor einer Mücke. Mir kam der Gedanke, wo die Mücke wohl hingeflogen ist und gleichzeitig fühlte ich die Unmöglichkeit, diese Mücke jemals wieder zu finden. Solange ich auch suchen würde. Aber ich würde es nicht tun. Sie war zu klein, zu unbedeutend, zu belanglos. Es gab einiges zu bedenken. Die Mücke mit all dem Blut; sie fühlte sich jetzt sicher großartig. War aber doch klein, unbedeutend und belanglos für mich. Ich schaute wieder auf Alice ihren Rücken. Sie hatte nicht einmal einen Juckreiz verspürt. Alice hatte einen Tropfen Blut verloren. Ich hatte an Zuversicht gewonnen....

usw,usw bis mal 250 Seiten geschrieben sind